Stada vor milliardenschwerer Übernahme und möglicher Wende im Gesundheitssektor

September 11, 2024
11.09.2024
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Doch kein Börsengang? Der Pharmakonzern Stada steht vor einer milliardenschweren Übernahme

Der deutsche Pharmakonzern Stada Arzneimittel steht möglicherweise vor einer der größten Übernahmen in der Geschichte des europäischen Gesundheitssektors. Laut Berichten von Bloomberg befinden sich Stada und die US-amerikanische Beteiligungsfirma GTCR in fortgeschrittenen Gesprächen über eine mögliche Übernahme, die auf eine Bewertung von etwa 11 Milliarden US-Dollar, also rund 10 Milliarden Euro, geschätzt wird.

Die Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen sind bereits weit fortgeschritten, nachdem ein anderer potenzieller Käufer, Clayton Dubilier & Rice, aus dem Rennen ausgestiegen ist. Diese Entwicklung könnte Stada in eine neue Richtung lenken, nachdem das Unternehmen in der Vergangenheit auch einen Börsengang in Betracht gezogen hatte. Die Private-Equity-Eigentümer von Stada, Bain Capital und Cinven, hatten das Unternehmen 2017 für 5,3 Milliarden Euro von der Börse genommen und könnten nun bereit sein, es zu einem fast doppelt so hohen Preis zu verkaufen.

Stada ist bekannt für eine Vielzahl von Produkten, darunter das weit verbreitete Schmerzmittel Grippostad und Paracetamol. In den letzten Jahren hat das Unternehmen ein signifikantes Wachstum verzeichnet. Im Jahr 2023 stieg der bereinigte Konzernumsatz auf 3,73 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) wuchs um 19 Prozent auf 802 Millionen Euro.

Die Gespräche zwischen Stada und GTCR sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Eine endgültige Einigung hängt von der erfolgreichen Durchführung einer Due-Diligence-Prüfung durch GTCR sowie von der Sicherstellung der notwendigen Finanzierung ab. Sollte es zu keiner Einigung kommen, könnten die Eigentümer von Stada weiterhin andere Optionen, einschließlich eines Börsengangs, in Betracht ziehen.

Die Möglichkeit einer Übernahme durch GTCR könnte weitreichende Folgen für den europäischen Pharmamarkt haben. Der Gesundheitssektor hat in den letzten Jahren zahlreiche Fusionen und Übernahmen erlebt, die oft darauf abzielen, Synergien zu schaffen und die Marktposition zu stärken. Ein erfolgreicher Abschluss dieser Übernahme würde nicht nur die Marktstellung von Stada festigen, sondern auch GTCR als bedeutenden Akteur im europäischen Gesundheitsmarkt etablieren.

Die Verhandlungen sind von einem gewissen Maß an Unsicherheit geprägt, da sowohl Stada als auch GTCR bislang keine offiziellen Stellungnahmen zu den Gesprächen abgegeben haben. Analysten und Investoren verfolgen die Situation jedoch aufmerksam, da sie das Potenzial haben, den Markt erheblich zu beeinflussen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Stada möglicherweise vor einer entscheidenden Wende in seiner Unternehmensgeschichte steht. Die Gespräche mit GTCR könnten nicht nur die Zukunft des Unternehmens, sondern auch die Dynamik im europäischen Pharmasektor erheblich verändern. Ob es zu einer Einigung kommt, bleibt abzuwarten, doch die Entwicklungen der kommenden Wochen könnten entscheidend sein.

Quellen: Bloomberg, Business Insider, Handelsblatt

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